Trauma und Erleuchtung

Ich hatte in meinem letzten Beitrag beschrieben wie wichtig es ist, dass wir unsere Traumata verarbeiten und im Hier und Jetzt ankommen, und wie wichtig das für unsere Erleuchtung ist.

Nach der Lektüre des Buches: Die Lust am Leben wieder entdecken von Jean C. Jenson wurde mir noch deutlicher klar, warum das so ist. Die Autorin beschreibt, dass wir im Grunde unbewusst in unserem kindlichen Bewusstsein ein Leben lang gefangen sind, wenn wir uns nicht von unseren Traumata lösen. Wir wissen oftmals gar nicht, wie unser erwachsenes Bewusstsein, also unser wahres Selbst, wie sie es nennt, aussieht, einfach weil wir es aufgrund unserer Traumata noch nie erfahren haben.

Und jetzt stelle man sich eine Erleuchtungserfahrung vor, die auf solch ein kindliches Bewusstsein trifft. Wie soll man das verarbeiten und einordnen? Wie soll man das integrieren ins tägliche Leben, wenn man sich noch im kindlichen Bewusstsein befindet? Das ist völlig unmöglich, und so fällt man wieder raus aus der Erfahrung dieses höheren Bewusstseinszustandes.

Solange nicht das erwachsene Selbst realisiert ist, bringt die ganze Erleuchtung nicht viel. Sie kommt mit ein bisschen Glück als kurzfristige Erfahrung und verschwindet dann genau so schnell wieder. Im täglichen Leben bleibt nicht viel davon übrig.

Ich denke, dass diese Erkenntnis so ziemlich alles an Meditationstradition in Frage stellt, denn mit dem Thema Trauma und Kindheitsbewusstsein hat sich noch keine spirituelle Tradition richtig beschäftigt. Und deshalb gibt es auch so wenig Erleuchtete auf der Welt nach all den tausenden Jahren der Suche.

Glaube und Hoffnung gibt es sehr viel, aber wenig echte Verwirklichung des Höchsten.

Also anfangen, weitermachen und nicht aufgeben, bis das große Ziel erreicht ist!

Ein Gedanke zu „Trauma und Erleuchtung

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