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Sein und innere Unruhe

Das SEIN in die Aktivität tragen heißt, ES in die Unruhe, die wir im Inneren und Äußeren finden, hineintragen.
Dadurch wird ein heilsamer Prozess in Bewegung gesetzt, dem wir uns stellen müssen. ES, das SEIN, fängt dann an schrittweise alle Ebenen und Aspekte der Unruhe zu durchdringen, und eine große Ruhe und Stille entsteht. Bis letztendlich alles in Aspekten des SEINS wahrgenommen und erfahren wird – des SEINS, das wir selber sind.

Der Wertewandel hilft gegen die Angst

Immer wenn wir unser Leben auf die relativen Werte der Existenz aufbauen, kriegen wir es mit der Angst zu tun. Nur das absolute, unveränderliche Sein, das unser eigentliches Selbst ist, gibt uns das Gefühl von Sicherheit, das wir brauchen um wirklich glücklich zu sein. Dies nennt man einen Wertewandel, und der beginnt immer im eigenen Inneren, bevor er anfängt sich im Äußeren zu manifestieren. Wir müssen alle an uns arbeiten, um diesen Wertewandel in der Welt voranzutreiben.

Die „gemachte“ Erleuchtung

Ist eigentlich jedem bewusst, dass Erleuchtung nur geschieht, wenn vorher vollkommene Annahme von Allem, was im eigenen Inneren ist, praktiziert wurde?

Dieses Annehmen von dem, was an Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen da ist, ist absolute Voraussetzung für jeglichen spirituellen Fortschritt.

Annehmen heißt Hingabe, die völlige Bereitschaft allen inneren Prozessen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich habe das über Jahre praktiziert, jeden Tag den ganzen Tag lang. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt: Wie ist das jetzt für mich? Immer, wenn etwas im Innenraum auftauchte, das die Stille und das Nichts gestört hat.

Und ich habe mich das auch von anderen fragen lassen, wenn es mir schlecht ging, später auch als es mir gut ging.

Diese Praxis hat zu der vollkommenen Annahme aller inneren Prozesse geführt – und damit zum Auftauchen aller inneren Probleme, die bisher ungelöst und ungeklärt in mir verdrängt waren. Die habe ich auch angenommen und mich wieder gefragt: Wie ist das jetzt für mich?

Immer und immer wieder sind als Antwort auf die Frage mentale Bilder, Erinnerungen und Gedanken, Gefühle und körperliche Sensationen aufgetaucht. Und immer wieder habe ich sie angenommen.

Im Laufe der Zeit erkannte ich, das alles, was da auftauchte von mir selbst „gemacht“ worden war und heute wie in einem unbewussten Wiederholungszwang nur noch repetiert wurde. Mein Leben war eine einzige Wiederholung, im Inneren wie im Äußeren. Es gab keinen Platz mehr für wirklich Neues.

Ich machte mich auf die Suche nach dem Anfang all dieser Dinge, die ich da in mir entdeckt hatte und nahm mir immer das Thema zuerst vor, das am meisten emotionale Ladung hatte. Oft war die Angst mein Führer, aber auch die Trauer, der Schmerz und die Verzweiflung. Besonders effektive Führer waren die Todesängste, die ich in mir trug. Überlebensknoten habe ich sie getauft.

Ich fragte mich: Woher kennst du das aus deinem Leben? Und verfolgte die Bilder, Gefühle und körperlichen Empfindungen zu ihrem Ursprung in die Vergangenheit zurück, wo ich sie mir selbst erschaffen hatte. Immer und immer wieder merkte ich, dass ich alles, was da in mir war, selbst erschaffen hatte im Laufe meines Lebens. Und immer hatte es einen triftigen (oft negativ besetzten) Grund und ein schlüssiges, positives Ziel.

Der Grund für meine mentalen und emotionalen Schöpfungen war immer in einer Situation zu finden, in der ich, angefangen schon in frühester Kindheit, im Umgang mit anderen Menschen ein emotionales Erlebnis nicht verstanden hatte und deshalb eine Bewertung, eine Interpretation vorgenommen hatte. Das hatte immer einen „Knick“ zur Folge, der mein vorher vorhandenes gutes Gefühl abstürzen ließ, sodass ich in Schmerz und Leid landete.

Diesen Mechanismus erkannte ich als so grundlegend und fundamental, dass ich mich aufmachte und alle in mir auftauchenden unschlüssigen und komischen Gedanken und Bilder, Gefühle und körperlichen Empfindungen zu ihrem Ursprung zurückverfolgte.

Ich nahm sie immer erst an und fragte mich dann: Woher kennst du dieses Gefühl? Und das Gefühl wusste immer ganz genau, wann es in welcher konkreten Situation entstanden war. Ich ging dann millimeterweise durch die gefundene Situation durch, schaute mir genau an, was passiert war mit welchen Menschen und wo genau mein Gefühl abstürzte, wo also der Knick war. Und genau auf den Knick legte ich meine Aufmerksamkeit. Denn da genau hatte ich eine Bewertung der Situation vorgenommen und mich selbst aus dem natürlichen Fluss des Lebens geworfen. Die Folge war regelmäßig Verdrängung der auslösenden Situation und der mit ihr einhergehenden schlechten Gefühle, die ich glaubte nicht mehr aushalten zu können.

Durch das Erkennen dieses Knicks und der in ihm steckenden Fehlbewertung, löste er sich auf, und die Verdrängung verschwand. Dadurch kehrte das gute Gefühl wieder zurück, der Leben floss wieder und neuer Raum entstand in mir. Jedesmal eine großartige Erfahrung, Heilung und Glückseligkeit.

Nachdem ich alle „schlechten“ Gefühle mit diesem Verfahren geklärt und aufgelöst hatte, machte ich dasselbe mit meinen guten Gefühlen. Ich nahm die Gefühle an, sie durften immer so sein wie sie waren, und ich schaute mir schrittweise an, wie ich sie mir in der Vergangenheit selbst „gemacht“ hatte.

Nachdem auch die guten Gefühle geklärt und aufgelöst waren, war die Stille so allumfassend, das Bliss so stark und der innere Raum so weit, dass Erleuchtung geschah.

Ich löste mich vollkommen auf. Nichts blieb zurück. Alles war dieses Nichts. Ich. Aber auch die Anderen. Und auch die Welt. Alles. Das Nichts verschlang mich und alles, was bisher meine Welt und Realität war. Am Ende war nichts mehr da. Nur noch die unendliche Fülle.

Ich hatte durch meine Praxis in gewisser Weise die Erleuchtung „gemacht“, indem ich alles andere bedingungslos erst zugelassen, dann geklärt und dann losgelassen (transzendiert) hatte.

In Ermangelung eines anderen, besseren, schnelleren Weges, den ich immer gesucht und nie gefunden hatte, bin ich diesen Weg gegangen. Bis zum Ende. Ich kann heute sagen, dass es sich gelohnt hat.

Es ist geschafft.

Das Erleuchtung eintreten würde, hatte ich immer gehofft, als sie dann kam, habe ich es einfach geschehen lassen können, ohne komische Gefühle, und heute kann ich sagen, dass diese Erleuchtung stabil ist, weil ich alle Irrtümer und schlechten Gefühle dort geklärt habe, wo sie enstanden waren. In der Vergangenheit. Und so stören sie nicht mehr im Hier und Jetzt.

Ich lebe mein Leben weiter wie bisher 😉

Ich merke mit Verwunderung, wie die Welt in der ich lebe, immer mehr an „Substanz“ verliert. Das Nichts ist die einzige Wirklichkeit. Es gibt da nichts und doch lebe ich in der Welt, die ich auch als das Nichts empfinde. Ich merke, dass da nichts ist, wo ich meine Aufmerksamkeit drauf legen könnte. Das Nichts ist meine Aufmerksamkeit. Meine Aufmerksamkeit nimmt das Nichts wahr. Das Nichts, dass ich bin, nimmt sich selbst wahr. Der Kreis schließt sich. Mehr Fülle geht nicht…

Ich weiß, das klingt reichlich schrill, aber es ist so. Jawoll.

Ach ja, und dann ist da noch die Liebe und Bliss. Dauernd und ständig. Und der Körper schwimmt in so einer Art wohliger mächtiger Energie, die ihn irgendwie verändert, ihn transformiert und auch ins Nichts zurückholt, in die Fülle des Seins, aus der er besteht.
Davon später mehr…

Aufmerksamkeit als Werkzeug

Unsere Aufmerksamkeit ist das wichtigste Werkzeug, dass wir auf dem Weg zur Erleuchtung haben um die Hindernisse zur Seite zu räumen.
Ich habe am Anfang meines Weges Meditation benutzt um in dieses Thema einzusteigen und sehr viel geübt. Erst später wurde mir klar, dass Meditation zwar auch Aufmerksamkeit als Werkzeug nutzt um den Innenraum zu erhellen, aber die Hindernisse nicht aus dem Weg räumen kann.
Von da an habe ich mich um die Aufmerksamkeit direkt gekümmert und Werkzeuge zum Üben benutzt, die die Aufmerksamkeit in den Mittelpunkt der Arbeit stellen.
Mit ihr eng verknüpft ist der innere Beobachter. Er etabliert sich im eigenen Innenraum nach einiger Zeit der Übung und ist unverzichtbar für jeglichen weiteren seriösen Fortschritt auf dem Weg zur Erleuchtung.
Der innere Beobachter ist am Anfang der Praxis mit dem Gefühl des kleinen Ichs verbunden. Das ändert sich, wenn das SEIN mehr und mehr in den Alltag einfließt, wenn das Ich sich immer weiter ausdehnt, um dann in der Unendlichkeit zu verschwinden. Es vereinigt sich dann mit dem großen SELBST, dass unendlich ist. Dann fühlt sich der Beobachter auch unendlich weit an und wird zum Zeugenbewusstsein.
Der Vorteil ist, dass einen die großen Gefühle des Lebens nicht mehr überwältigen können, weder die schlechten noch die guten. Die Bindungen/Anhaftungen lösen sich und die Freiheit taucht auf.