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Die unbewussten Impulse aus der Inneren Stille

Alle Praktizierende, die in der Erfahrung der Inneren Stille verankert sind, kennen das Phänomen, dass eine Vielzahl von Impulsen aus der Stille aufsteigen. Das können Gedanken oder Bilder und Erinnerungen sein, Gefühle und körperliche Empfindungen.

Die Anweisung lautet dann oft, dass man nicht danach „greifen“ soll und nichts damit machen soll, weil dieses Machen dann wieder eine Identifikation darstellt. Man wäre dann identifiziert mit dem Impuls, was wiederum eine Ego-Struktur erzeugen würde.

Ich habe bei meinen Untersuchungen festgestellt, dass es manchmal ganz gut ist, seine Aufmerksamkeit darauf zu legen. Nämlich dann, wenn man merkt, dass man gewohnheitsmäßig danach greift. Denn speziell diese Impulse sind es, die uns aus der Inneren Stille herausholen und verhindern, dass wir sie in der Aktivität aufrechterhalten können.

Das ist ein sehr wichtiger Fakt, der ein grundlegendes Funktionsprinzip der menschlichen Psyche beschreibt. Impulse, die wir gewohnheitsmäßig selbst erzeugen und dann abgreifen, lassen sich nicht allein durch die Innere Stille stoppen und auflösen. Weil die Entscheidung vorher rückgängig gemacht werden muss, die dazu geführt hat, dass wir wie in einem unbewussten Wiederholungszwang immer und immer wieder diese Impulse erzeugen und abgreifen. Wir stecken mit dem Ego immer schon vorher drin, bevor wir automatisch nach den Impulsen greifen. Wir merken das nur nicht. Das Ego trickst uns aus und versteckt diese Entscheidung vor uns.

Da dies ein sehr subtiler Vorgang in den tiefsten Schichten des menschlichen Bewusstseins ist, übersehen dies viele Sucher. Auch wenn sie sehr fortgeschritten sind.

Die Anweisung, dies einfach in der Inneren Stille auszusitzen, funktioniert nicht, wie viele Sucher bestätigen können. Die Erfahrung zeigt, dass wir unbewusst immer und immer wieder neue Impulse in der Stille auftauchen lassen, die dann die Innere Ruhe im Alltag stören.

Das Einzige, das wirklich hilft, ist die Aufmerksamkeit aus der Stille heraus auf den Impuls zu legen, egal ob es ein Gedanke, ein Gefühl oder eine körperliche Sensation ist, und ihm ein OK zu geben. Dann und wirklich erst dann, kann man das Spiel des Ego erkennen und anhalten. Und dieses Verfahren habe ich die Praxis der Inneren Stille genannt, weil sie die letzten unbewussten Reste des Egos auslöscht, mit denen wir unsere Realisation aktiv verhindern. Von alleine geschieht das leider auch in Jahren und Jahrzehnten der Meditation nicht.

Die nach Innen gerichtete Aufmerksamkeit

Warum ist das nach Innen richten der Aufmerksamkeit so wichtig?
Weil dass ständige nach Außen richten der Aufmerksamkeit ein Ungleichgewicht im eigenen System erzeugt.

Warum richten wir Menschen so gerne unsere Aufmerksamkeit nach Außen?
Weil wir dann unser Inneres nicht wahrnehmen müssen.

Was wäre da so schlimm dran?
An sich nichts. Aber wenn wir viele ungeklärte Dinge in unserem Unterbewusstsein verdrängt halten, kommen diese Inhalte mit einer Menge schlechter Gefühle zum Vorschein, wenn wir nach Innen schauen. Und wer will das schon? Obwohl es sicher eine gute Idee wäre, diesen schlechten Gefühlen ohne Vorbehalte Aufmerksamkeit zu schenken, um an die dahinter liegenden Inhalte heran zu kommen.

Überlebensknoten

Ich habe bei meiner inneren Arbeit eine Art von emotionalen Knoten entdeckt, den ich Überlebensknoten genannt habe, weil man plötzlich von dem Gefühl überwältigt wird, dass man jetzt sterben wird, wenn man weitermacht mit der Wahrnehmung im Innenraum.
Reflexartig zieht man seine Aufmerksamkeit aus dem Inneren ab, und versucht durch Ablenkungen im Äußeren „zu sich zu kommen“.
Es hat ein Zeitlang gedauert, bis mir klar wurde, dass ich gar nicht wirklich in Gefahr war, sondern nur ein vergangenes Gefühl hochgekommen war. Ein Gefühl, dass ich tief in mir vergraben hatte, und das ich verdrängt hatte.
Nach dem ich meine Angst und meine Abwehr vor dieser Art emotionaler Attacke abgelegt hatte, schaute ich mir das Ganze in meinem Innenraum noch mal genauer an und merkte dabei, dass die Gefühle eindeutig in Richtung Panik und Todesangst gingen, und das Gefühl der Todesangst so real war, dass ich nicht unterscheiden konnte, ob es echt war oder nicht.
Diese Angst auszuhalten ist sehr schwer, weil der Verstand weiß zwar, dass es keinerlei Bedrohung gibt im Außen, im Inneren aber ein panikvolle Abwehr dieser Angst abläuft.
Wer das schon mal erlebt hat, weiß wovon ich spreche.

Der Sinn von Identifikation

Und wieder einmal muss ich betonen, dass die sogenannte Identifikation, von der in spirituellen Kreisen so viel gesprochen wird, kein Problem im eigentlichen Sinne ist. Sie ist ganz im Gegenteil ein ganz normaler Schutzmechanismus der menschlichen Psyche, eine Reaktion auf erlebte Verletzungen und Traumata. Sie ist wie ein Plaster auf einer Wunde ein Schutzmittel gegen weitere Verletzungen. Die Wunde erhält dadurch mehr Ruhe und kann dadurch im Idealfall besser heilen.

Genau so dient die Identifikation der Ruhigstellung und damit letztendlich der Heilung der Wunde.
Die Identifikation ist nicht die Ursache für das Trauma, sie schützt die eigene Psyche nur vor dem ständigen Wiedererleben der traumatischen Erfahrung.

Wenn alle alten Wunden und Traumata geheilt sind, verschwindet das Phänomen der Identifikation von ganz alleine – und nimmt das Ego gleich mit. Die wahre Natur des Selbst kann sich dann zeigen und nichts stört den Prozess des Realisation mehr. DAS was ist, durchdringt dann die eigene Natur immer mehr, so dass das individuelle Sein auf die Ebene kosmischen SEINS gehoben wird.

Erleuchtung kann geschehen…

Das Karma und die ungeklärten inneren Themen

Themen, die man nicht in sich klärt, kommen als Schicksal, als Karma von Außen auf einen zu.


Dieser Mechanismus ist so elementar und grundlegend, dass es keinen Weg und keinen Trick gibt daran vorbei zu kommen. Die innere Psyche vergisst nicht einfach etwas. Wenn man also sein Schicksal selbst in die Hand nehmen will, kommt man nicht darum herum, sich seiner alten Themen und Schatten anzunehmen.
Klärt man das Thema und die Gefühle, verhindert man die Gefahr, dass es sich seinen Weg ins Äußere bahnt und sich auf eine neue Art und Weise manifestiert. Tut man das nicht, taucht das Thema immer wieder mit zunehmender Intensität im Leben auf. Bis hin zu Leid und Krankheit und deren Folgen. Schon das Ausrichten der Aufmerksamkeit auf das innere Thema reicht, um diesen Veräußerungsprozess zu verlangsamen und damit Zeit zu gewinnen, die man für die Klärungsarbeit braucht.
Die Idee, einfach neue Aktionen und Themen gegen die alten zu stellen, geht genau aus diesem Grund auf Dauer nicht gut, weil die alten ungeklärten Themen sich dann ihren Weg ins Äußere suchen und sich dort ganz unbewusst, wie automatisch, wieder zeigen. Dann aber mit einer weit größeren Dynamik, als zuvor im Inneren.
Es ist ein bisschen wie beim Tennis. Da gibt es den Tip, an den Ball ranzugehen und ihn anzunehmen, wenn er den Boden berührt. Wenn er erstmal hochgesprungen ist, bekommt man ihn oft nicht mehr.

Trauma und Erleuchtung

Ich hatte in meinem letzten Beitrag beschrieben wie wichtig es ist, dass wir unsere Traumata verarbeiten und im Hier und Jetzt ankommen, und wie wichtig das für unsere Erleuchtung ist.

Nach der Lektüre des Buches: Die Lust am Leben wieder entdecken von Jean C. Jenson wurde mir noch deutlicher klar, warum das so ist. Die Autorin beschreibt, dass wir im Grunde unbewusst in unserem kindlichen Bewusstsein ein Leben lang gefangen sind, wenn wir uns nicht von unseren Traumata lösen. Wir wissen oftmals gar nicht, wie unser erwachsenes Bewusstsein, also unser wahres Selbst, wie sie es nennt, aussieht, einfach weil wir es aufgrund unserer Traumata noch nie erfahren haben.

Und jetzt stelle man sich eine Erleuchtungserfahrung vor, die auf solch ein kindliches Bewusstsein trifft. Wie soll man das verarbeiten und einordnen? Wie soll man das integrieren ins tägliche Leben, wenn man sich noch im kindlichen Bewusstsein befindet? Das ist völlig unmöglich, und so fällt man wieder raus aus der Erfahrung dieses höheren Bewusstseinszustandes.

Solange nicht das erwachsene Selbst realisiert ist, bringt die ganze Erleuchtung nicht viel. Sie kommt mit ein bisschen Glück als kurzfristige Erfahrung und verschwindet dann genau so schnell wieder. Im täglichen Leben bleibt nicht viel davon übrig.

Ich denke, dass diese Erkenntnis so ziemlich alles an Meditationstradition in Frage stellt, denn mit dem Thema Trauma und Kindheitsbewusstsein hat sich noch keine spirituelle Tradition richtig beschäftigt. Und deshalb gibt es auch so wenig Erleuchtete auf der Welt nach all den tausenden Jahren der Suche.

Glaube und Hoffnung gibt es sehr viel, aber wenig echte Verwirklichung des Höchsten.

Also anfangen, weitermachen und nicht aufgeben, bis das große Ziel erreicht ist!

Schock und Trauma

Ich habe mir mal angeschaut, welche Ereignisse und Erfahrungen in der Vergangenheit mein Leben am nachhaltigsten beeinflusst haben.

Es waren immer die Schocks und Traumata, die ich erleben musste, und immer die Angst vor den Schocks und Traumata, die ich schon erlebt hatte. Und später dann die Angst vor dieser Angst.

Wobei man sich klar machen muss, dass für ein Kind schon ein einfacher Liebesentzug eine Morddrohung darstellen kann, mit den entsprechenden seelischen Konsequenzen. In diese Kategorie fallen deshalb sehr viele Erlebnisse in unserer Kindheit!

Ich gehe davon aus, dass wir wirklich alle von solchen Dingen belastet sind. Mit Ausnahme einiger weniger „Königskinder“.

Viel Arbeit war es für mich, diese seelischen Tatsachen aus der Verdrängung zu befreien, die Angst vor der Angst und die Angst vor dem erlebten Traumata loszuwerden, und mit dem erlebten Horror ins Reine zu kommen.

Das war eine wirklich intensive und lohnende Arbeit.

Und ich habe gemerkt, dass das zum Erwachsenwerden dazu gehört.

Und bevor diese Arbeit nicht geleistet ist, klappts nicht mit der dauerhaften Erleuchtung.

Das Leben schickt einen immer wieder zurück, damit man diese Arbeit erledigt und zu Ende bringt. Dieser seelische „Müll“ lässt sich nicht einfach wegmeditieren oder wegtranszendieren. Das Ego bleibt an einem kleben und taucht immer wieder auf.

Ich spreche da aus jahrzehntelanger Erfahrung.

Jeder, der in diesem Zusammenhang etwas Anderes erzählt, spricht aus Unwissenheit und will Euch einen Bären aufbinden. In der Regel leidet er selbst noch an solchen unverarbeiteten Dingen in seiner Seele.

Ich hatte mich auch lange, lange Zeit gegen diese einfache Wahrheit gewehrt. Mein Wunsch nach Erleuchtung war aber zum Glück stark genug, dass ich mich nicht davon habe abschrecken lassen, und eines Tages war es dann geschafft und ich bin mit dem Nichts und der Liebe und dem Bliss verschmolzen.

Das Ego ist nur die Spitze des Eisberges

Es gibt einen Punkt in der eigenen Entwicklung, der in der Regel zu einer Sackgasse wird. Ich hatte das Glück da wieder herauszufinden, merke aber, dass dieser Punkt nirgends umfassend thematisiert ist.

Deshalb hier nun der Versuch einer Beschreibung und meiner gefundenen Lösung.

Wir kommen nicht darum herum alle Knoten zu lösen, bevor wir Erleuchtung im Alltag aufrecht erhalten können!

Jede Idee, sich davor zu drücken, ist zum Scheitern verurteilt. Es gibt nicht einen einzigen Erleuchteten, dem das geglückt ist. Einzelne Königskinder gehen diesen Weg schneller und leichter, in der Regel liegt aber ein ganzes Stück Arbeit vor einem.

Ich habe das gemacht, ich bin diesen Weg gegangen, und weiß deshalb wovon ich rede.

Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Erfahrungen machen müssen, die er auf Grund seiner Unerfahrenheit nicht richtig bewertet hat und somit nicht vollständig verarbeiten und integrieren konnte. Diese Fehlbewertungen finden immer in einer emotional geladenen Situation statt. Zum Nicht-Verstehen kommt also immer auch das Nicht-Aushalten können.

Als erwachsener Mensch lassen sich solche Erlebnisse in der Regel gut verarbeiten, weil man immer und immer wieder hindurchgeht in seiner Erinnerung bis man das Ganze eingeordnet und verarbeitet hat. Dasselbe macht man auch als Kind schon von Geburt an. Allerdings stehen einem da noch nicht die geistigen Mittel zur Verfügung, die man als Erwachsener hat. Und so kommt es zu diesen „Verknotungen“ im Innenraum, die den Rest des Lebens überdauern. Manche nennen es „Schatten“, manche Unterbewusstsein, manche einfach Neurosen usw. Gemeint ist immer der Anteil der Person, des Ichs, der einem nicht bewusst ist, der aber trotzdem oder gerade deshalb einen enormen Einfluss auf die eigene Persönlichkeit und das Leben ausübt. Die  Persönlichkeitsentwicklung ist so stark davon betroffen, dass eigene Weltbilder geformt werden, um zumindest eine intellektuelle Integration der Erlebnisse und ihrer unbewussten emotionalen Folgen zu erreichen.

So gesteht man jedem seine „Macke“ zu und lebt selbst damit. Unsere modernen Gesellschaften zeichnen sich diesbezüglich durch eine große Toleranz aus, was es uns ermöglicht damit zu leben.

Menschen, die den Weg der Erleuchtung gehen, werden nun regelmäßig mit diesem „Schatten“ konfrontiert. Mehr als die Menschen, die sich einer eher oberflächlichen, materialistischen Lebensweise verschrieben haben. Das ist nicht verwunderlich, weil die tiefe innere Ruhe, die man in der Meditation und ähnlichen Übungen erfährt, den Blick schärft für diese unbewältigten, unbewussten Schatten.

Sie als Teil der eigenen Persönlichkeit zu akzeptieren, ist der erste Schritt, den jeder Praktizierende vollziehen muss, will er erfolgreich mit seinen Übungen sein. Denn Selbst-Ablehnung steht natürlicherweise jedem persönlichen Fortschritt im Wege.

Und genau hier ist  der Punkt, wo die Sackgasse beginnt. Denn diese Annahme führt automatisch zu einer subjektiven Wegbewegung von der Erleuchtung. Aber genau die will man ja haben und da will man ja hin.

Durch einige Zeit der Praxis hat man es sich schön bequem gemacht in seiner inneren Selbstannahme und ist damit in der Sackgasse gelandet. Man hat dann wenig Lust da wieder herauszukommen und sich mit unverdauten Erlebnissen aus der Vergangenheit zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil sucht man mit allen Mitteln einen Weg darum herumzukommen, z.B. in dem man bereit ist sein Ego aufzugeben, es auslöscht durch einschlägige Übungen, die dabei hilfreich sind.

Die Logik dahinter ist bestechend. Wo kein Ego, da keine unverdauten Erlebnisse und Erinnerungen. So oder ähnlich predigen seit Jahrtausenden viele Weisheitstraditionen den Weg zur Erleuchtung.

Und ich sage hier das erste Mal Stopp! So geht das nicht! Und es ist nie so gegangen! Niemals.

Immer und unter allen Umständen müssen  die eigenen Schatten erst einmal zu Seite geräumt werden, bevor die Erleuchtung angenommen werden kann und damit dauerhaft werden kann. Und zwar alle. Jede noch so kleine unverdaute Geschichte im eigenen Leben bedeuted den Rückfall in alte Bewusstseinszustände. Und genau das ist die Erfahrung, die Millionen Praktizierende auf der ganze Welt immer und immer wieder machen.

Nur wenige Menschen scheitern an dem Problem, dass sie ihr Ego nicht loslassen wollen, wenn sie sich der Mühe unterzogen haben ihre Vergangenheit zu klären. Die Allermeisten scheitern daran, dass sie erst gar nicht zu diesem Punkt der Entwicklung vordringen. Und wenn sie es doch schaffen sich an all ihrem inneren Müll vorbei bis zum Zustand der Ichlosigkeit vorzuarbeiten, erwartet sie leider nicht die versprochene Glückseligkeit, Fülle und Liebe, sondern nur eine gähnende Leere. Und die macht dann in der Regel auch noch richtig Angst!

Da ich mich der Mühe unterzogen habe mich meinen Schatten zu stellen, und das so lange, bis alle aufgelöst waren, weiß ich wirklich, wovon ich spreche. Mit dem Auflösen der Schatten, der ganzen Knoten, all der unbewussten Anteile, löst sich das Ego in einem letzten Schritt selbst auf. Damit einher geht die finale Erkenntnis, dass das Ego, das Oberhaupt aller Schatten war, der Kopf aller unbewussten Regungen, das steuernde Element des Unterbewusstseins, die Spitze des Eisberges. Deshalb bringt es nichts, wenn man den Kopf abschlägt, er wächst einfach wieder nach. Solange, bis der ganze Eisberg geschmolzen ist.

Das Ego ist nur die bewusste Spitze des unbewussten Eisberges der ungeklärten Themen. Immer und immer wieder taucht der Rest einfach auf. Und verhindert solange den Zustand der dauerhaften Erleuchtung.

Das ist meine Erfahrung und ich habe sie durch eine 20 jährige Übungs-Praxis und eine anschließende 15 jährige Forschung selbst erlebt, erst an mir und dann mit Anderen verifiziert. Mein persönlicher Weg begann mit 15 Jahren mit dem Erlernen von Meditation und Yoga und endete mit der vollständigen Auflösung des Ego im Alter von 52 Jahren. Seit der Zeit verschwindet die Erleuchtung nicht mehr, und ich schreite voran zu weiteren höheren Bewusstseinszuständen, die erst möglich sind, wenn Erleuchtung dauerhaft im Alltag gelebt wird.

Diese fast 40 jährige Reise war das größte Abenteuer meines Lebens!

Es ist das lohnendste, was man als Mensch tun kann. Es ist die Erfüllung des eigenen Dharma und Karma. Es ist Pflicht und Geburtsrecht eines jeden Menschen. Und es sollte jedem Menschen die Gelegenheit dazu gegeben werden, sich in die Lage zu versetzen, es zu tun. Es ist die Erfüllung des uralten Menschheitstraums nach Erleuchtung. Alle Religionen und Weisheitslehren predigen es seit Jahrtausenden. Und jeder Mensch wächst mit dieser Sehnsucht im Herzen danach auf. Wir sollten nicht aufhören mit unseren Bemühungen nach Selbstverwirklichung, bis wir es alle geschafft haben. Dann und nur dann wird es eine neue, schönere, vollkommene Welt geben.

Der Vorteil von Erleuchtung

Hat Erleuchtung eigentlich einen Vorteil gegenüber dem Nicht-Erleuchtetsein? Einen Vorteil, den man einem Menschen erklären kann, der nicht erleuchtet ist, der nicht diese Erfahrungen macht?

Was soll ein Mensch mit Stille, die er nicht sucht? Was soll er mit Selbsterkenntnis, wenn sein Leben für ihn zufriedenstellend ist, was mit Einheitsbewusstsein in einer Welt, die Vielfalt und Individualität lebt?

Solche Fragen kommen mir manchmal in den Sinn, wenn ich mit Nicht-Erleuchteten zusammen bin.

Erleuchtung löscht so radikal alles Vorherige aus, dass sich kein Vorteil in das vorherige Leben hineintransportieren lässt. Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun, weil es wie eine Metamorphose von einem Seinszustand in einen anderen ist.

Ich finde es komisch, einem Menschen, der gerade ganz konkrete Sorgen hat wegen eines ganz konkreten Problems und deshalb unglücklich ist, Erleuchtung als Problemlösung anzubieten.
Erleuchtung ist ein anderer Seinszustand und nicht ein Problemlöser für sein Problem, das er in seinem derzeitigen Seinszustand hat. Er will und braucht einfach eine Lösung für sein Problem, mehr nicht.

Ich habe noch kein menschliches Problem erlebt, dass nicht auf eine einfache und menschliche Art und Weise gelöst werden könnte. Das das nicht immer leicht ist, ist klar. Aber es geht.

Erleuchtung erscheint mir als die Kanone mit der auf Spatzen geschossen wird und das ist gar nicht nötig.

Menschliche Probleme müssen auf der menschlichen Ebene gelöst werden, denn auf der erleuchteten Ebene gibt es sie nicht mehr!

Erleuchtung ist der Wechsel in eine neue Seinsstufe, der von alleine geschieht, wenn die Probleme auf der menschlichen Ebene gelöst wurden.

Es ist völlig überflüssig der Idee nachzuhängen, dass man seinen ganz normalen menschlichen Problemen durch einen willkürlichen Ebenenwechsel entkommen sollte oder müsste. Das geht nicht. Die Probleme holen einen immer wieder ein und werfen einen wieder zurück in die vorherige Ebene, oder noch weiter.

Erleuchtung ist nicht ein Wundermittel für jede Art von Problem, sondern eine andere Art und Weise der menschlichen Existenz.

Will man wirklich das Kind mit dem Bade ausschütten, nur weil man gerade unzufrieden ist, oder anderweitige Probleme hat? Reicht es nicht aus, wenn man die anliegenden Probleme einfach angeht und sie löst um wieder zufrieden zu sein?

Der Ergebnis der Erleuchtung ist, dass man nichts mehr zu tun hat mit dem Zustand, den man vorher hatte. Man hat auch nichts mehr mit den Menschen zu tun, die man vorher kannte. Und mit dem Ort, an dem man vorher wohnte und mit der Welt, die man bisher kannte, weil der Wechsel so radikal und unumkehrbar ist, dass es definitiv keine Verbindung mehr gibt und das, was neu ist, rein gar nichts mehr mit dem Vorherigen zu tun hat.

Man kann seine Probleme nicht lösen, indem man versucht eine Seinsebene zu überspringen. Es bringt nichts mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, weil das die eigene menschliche Ebene entwertet. Erleuchtung funktioniert nur, wenn man sein Leben, indem man sich gerade befindet, würdigt.

Ich finde es nicht richtig, das menschliche Leben, so wie es jetzt gerade läuft, als minderwertig anzusehen, und das Leben in Erleuchtung als höherwertig, weil es das nicht ist. Es ist ein anderes Leben.

Zuerst muss ein völliges Einverständnis mit der jetzigen Existenzebene entwickelt werden. Egal wie sie aussieht und was gerade geschieht. Das ist Gleichmut der aus Bewertungslosigkeit erwächst. Hört auf mit dem Bewerten! Solange im eigenen Inneren eine Unterscheidung in Gut und Böse, in Richtig und Falsch stattfindet, fehlt das Einverständnis mit dem eigenen Leben.
Jede Ablehnung, jeder OK-Entzug im eigenen Inneren verlangsamt und stoppt im schlimmsten Fall die spirituelle Entwicklung und verhindert den Wechsel auf die nächste Ebene. Das bezieht sich nicht nur auf mentale Überzeugungen, sondern ganz besonders auf die kleinen und großen Gefühle. Aufwachen, Erleuchtung geschieht in dem Moment, wo völlige Hingabe an das Sosein des Hier und Jetzt gelebt wird.

Das ist die Aufgabe, die bewältigt werden muss. Da kommt niemand drumherum.

Aus der Sicht der Erleuchtung existiert das nicht mehr in dieser Form. Es ist integriert, überschritten, transzendiert, nicht mehr zurückholbar.

Ist es das, was man will, wenn man Erleuchtung will? Aus dem Leben flüchten, weil man unglücklich ist?

Das schafft kein Mensch!

Das Leben erhebt sich selbst in eine nächste Ebene, wenn es reif dafür ist. Und Unglück ist ganz sicher kein Fahrstuhl zur Erleuchtung.

Erleuchtung ist so unaussprechlich anders als das normale Leben, dass man auf der Basis von Unglück und Schwäche, Hass und Lieblosigkeit, Wut und Zorn ganz sicher keinen Einlass gewährt bekommt. Wie sollte einem die Gnade gewährt werden, wenn man selbst festhält an all dem Alten und nicht wirklich bereit ist alles loszulassen? Loslassen gelingt nur, wenn man im Reinen ist mit sich und der Welt, wenn man sich so angenommen fühlt, wie man ist. Dann ist man bereit für den nächsten Schritt.

Das ist meine Erfahrung und so ist es mir geschehen.