Die „gemachte“ Erleuchtung

Ist eigentlich jedem bewusst, dass Erleuchtung nur geschieht, wenn vorher vollkommene Annahme von Allem, was im eigenen Inneren ist, praktiziert wurde?

Dieses Annehmen von dem, was an Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen da ist, ist absolute Voraussetzung für jeglichen spirituellen Fortschritt.

Annehmen heißt Hingabe, die völlige Bereitschaft allen inneren Prozessen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich habe das über Jahre praktiziert, jeden Tag den ganzen Tag lang. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt: Wie ist das jetzt für mich? Immer, wenn etwas im Innenraum auftauchte, das die Stille und das Nichts gestört hat.

Und ich habe mich das auch von anderen fragen lassen, wenn es mir schlecht ging, später auch als es mir gut ging.

Diese Praxis hat zu der vollkommenen Annahme aller inneren Prozesse geführt – und damit zum Auftauchen aller inneren Probleme, die bisher ungelöst und ungeklärt in mir verdrängt waren. Die habe ich auch angenommen und mich wieder gefragt: Wie ist das jetzt für mich?

Immer und immer wieder sind als Antwort auf die Frage mentale Bilder, Erinnerungen und Gedanken, Gefühle und körperliche Sensationen aufgetaucht. Und immer wieder habe ich sie angenommen.

Im Laufe der Zeit erkannte ich, das alles, was da auftauchte von mir selbst „gemacht“ worden war und heute wie in einem unbewussten Wiederholungszwang nur noch repetiert wurde. Mein Leben war eine einzige Wiederholung, im Inneren wie im Äußeren. Es gab keinen Platz mehr für wirklich Neues.

Ich machte mich auf die Suche nach dem Anfang all dieser Dinge, die ich da in mir entdeckt hatte und nahm mir immer das Thema zuerst vor, das am meisten emotionale Ladung hatte. Oft war die Angst mein Führer, aber auch die Trauer, der Schmerz und die Verzweiflung. Besonders effektive Führer waren die Todesängste, die ich in mir trug. Überlebensknoten habe ich sie getauft.

Ich fragte mich: Woher kennst du das aus deinem Leben? Und verfolgte die Bilder, Gefühle und körperlichen Empfindungen zu ihrem Ursprung in die Vergangenheit zurück, wo ich sie mir selbst erschaffen hatte. Immer und immer wieder merkte ich, dass ich alles, was da in mir war, selbst erschaffen hatte im Laufe meines Lebens. Und immer hatte es einen triftigen (oft negativ besetzten) Grund und ein schlüssiges, positives Ziel.

Der Grund für meine mentalen und emotionalen Schöpfungen war immer in einer Situation zu finden, in der ich, angefangen schon in frühester Kindheit, im Umgang mit anderen Menschen ein emotionales Erlebnis nicht verstanden hatte und deshalb eine Bewertung, eine Interpretation vorgenommen hatte. Das hatte immer einen „Knick“ zur Folge, der mein vorher vorhandenes gutes Gefühl abstürzen ließ, sodass ich in Schmerz und Leid landete.

Diesen Mechanismus erkannte ich als so grundlegend und fundamental, dass ich mich aufmachte und alle in mir auftauchenden unschlüssigen und komischen Gedanken und Bilder, Gefühle und körperlichen Empfindungen zu ihrem Ursprung zurückverfolgte.

Ich nahm sie immer erst an und fragte mich dann: Woher kennst du dieses Gefühl? Und das Gefühl wusste immer ganz genau, wann es in welcher konkreten Situation entstanden war. Ich ging dann millimeterweise durch die gefundene Situation durch, schaute mir genau an, was passiert war mit welchen Menschen und wo genau mein Gefühl abstürzte, wo also der Knick war. Und genau auf den Knick legte ich meine Aufmerksamkeit. Denn da genau hatte ich eine Bewertung der Situation vorgenommen und mich selbst aus dem natürlichen Fluss des Lebens geworfen. Die Folge war regelmäßig Verdrängung der auslösenden Situation und der mit ihr einhergehenden schlechten Gefühle, die ich glaubte nicht mehr aushalten zu können.

Durch das Erkennen dieses Knicks und der in ihm steckenden Fehlbewertung, löste er sich auf, und die Verdrängung verschwand. Dadurch kehrte das gute Gefühl wieder zurück, der Leben floss wieder und neuer Raum entstand in mir. Jedesmal eine großartige Erfahrung, Heilung und Glückseligkeit.

Nachdem ich alle „schlechten“ Gefühle mit diesem Verfahren geklärt und aufgelöst hatte, machte ich dasselbe mit meinen guten Gefühlen. Ich nahm die Gefühle an, sie durften immer so sein wie sie waren, und ich schaute mir schrittweise an, wie ich sie mir in der Vergangenheit selbst „gemacht“ hatte.

Nachdem auch die guten Gefühle geklärt und aufgelöst waren, war die Stille so allumfassend, das Bliss so stark und der innere Raum so weit, dass Erleuchtung geschah.

Ich löste mich vollkommen auf. Nichts blieb zurück. Alles war dieses Nichts. Ich. Aber auch die Anderen. Und auch die Welt. Alles. Das Nichts verschlang mich und alles, was bisher meine Welt und Realität war. Am Ende war nichts mehr da. Nur noch die unendliche Fülle.

Ich hatte durch meine Praxis in gewisser Weise die Erleuchtung „gemacht“, indem ich alles andere bedingungslos erst zugelassen, dann geklärt und dann losgelassen (transzendiert) hatte.

In Ermangelung eines anderen, besseren, schnelleren Weges, den ich immer gesucht und nie gefunden hatte, bin ich diesen Weg gegangen. Bis zum Ende. Ich kann heute sagen, dass es sich gelohnt hat.

Es ist geschafft.

Das Erleuchtung eintreten würde, hatte ich immer gehofft, als sie dann kam, habe ich es einfach geschehen lassen können, ohne komische Gefühle, und heute kann ich sagen, dass diese Erleuchtung stabil ist, weil ich alle Irrtümer und schlechten Gefühle dort geklärt habe, wo sie enstanden waren. In der Vergangenheit. Und so stören sie nicht mehr im Hier und Jetzt.

Ich lebe mein Leben weiter wie bisher 😉

Ich merke mit Verwunderung, wie die Welt in der ich lebe, immer mehr an „Substanz“ verliert. Das Nichts ist die einzige Wirklichkeit. Es gibt da nichts und doch lebe ich in der Welt, die ich auch als das Nichts empfinde. Ich merke, dass da nichts ist, wo ich meine Aufmerksamkeit drauf legen könnte. Das Nichts ist meine Aufmerksamkeit. Meine Aufmerksamkeit nimmt das Nichts wahr. Das Nichts, dass ich bin, nimmt sich selbst wahr. Der Kreis schließt sich. Mehr Fülle geht nicht…

Ich weiß, das klingt reichlich schrill, aber es ist so. Jawoll.

Ach ja, und dann ist da noch die Liebe und Bliss. Dauernd und ständig. Und der Körper schwimmt in so einer Art wohliger mächtiger Energie, die ihn irgendwie verändert, ihn transformiert und auch ins Nichts zurückholt, in die Fülle des Seins, aus der er besteht.
Davon später mehr…

Der Vorteil von Erleuchtung

Hat Erleuchtung eigentlich einen Vorteil gegenüber dem Nicht-Erleuchtetsein? Einen Vorteil, den man einem Menschen erklären kann, der nicht erleuchtet ist, der nicht diese Erfahrungen macht?

Was soll ein Mensch mit Stille, die er nicht sucht? Was soll er mit Selbsterkenntnis, wenn sein Leben für ihn zufriedenstellend ist, was mit Einheitsbewusstsein in einer Welt, die Vielfalt und Individualität lebt?

Solche Fragen kommen mir manchmal in den Sinn, wenn ich mit Nicht-Erleuchteten zusammen bin.

Erleuchtung löscht so radikal alles Vorherige aus, dass sich kein Vorteil in das vorherige Leben hineintransportieren lässt. Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun, weil es wie eine Metamorphose von einem Seinszustand in einen anderen ist.

Ich finde es komisch, einem Menschen, der gerade ganz konkrete Sorgen hat wegen eines ganz konkreten Problems und deshalb unglücklich ist, Erleuchtung als Problemlösung anzubieten.
Erleuchtung ist ein anderer Seinszustand und nicht ein Problemlöser für sein Problem, das er in seinem derzeitigen Seinszustand hat. Er will und braucht einfach eine Lösung für sein Problem, mehr nicht.

Ich habe noch kein menschliches Problem erlebt, dass nicht auf eine einfache und menschliche Art und Weise gelöst werden könnte. Das das nicht immer leicht ist, ist klar. Aber es geht.

Erleuchtung erscheint mir als die Kanone mit der auf Spatzen geschossen wird und das ist gar nicht nötig.

Menschliche Probleme müssen auf der menschlichen Ebene gelöst werden, denn auf der erleuchteten Ebene gibt es sie nicht mehr!

Erleuchtung ist der Wechsel in eine neue Seinsstufe, der von alleine geschieht, wenn die Probleme auf der menschlichen Ebene gelöst wurden.

Es ist völlig überflüssig der Idee nachzuhängen, dass man seinen ganz normalen menschlichen Problemen durch einen willkürlichen Ebenenwechsel entkommen sollte oder müsste. Das geht nicht. Die Probleme holen einen immer wieder ein und werfen einen wieder zurück in die vorherige Ebene, oder noch weiter.

Erleuchtung ist nicht ein Wundermittel für jede Art von Problem, sondern eine andere Art und Weise der menschlichen Existenz.

Will man wirklich das Kind mit dem Bade ausschütten, nur weil man gerade unzufrieden ist, oder anderweitige Probleme hat? Reicht es nicht aus, wenn man die anliegenden Probleme einfach angeht und sie löst um wieder zufrieden zu sein?

Der Ergebnis der Erleuchtung ist, dass man nichts mehr zu tun hat mit dem Zustand, den man vorher hatte. Man hat auch nichts mehr mit den Menschen zu tun, die man vorher kannte. Und mit dem Ort, an dem man vorher wohnte und mit der Welt, die man bisher kannte, weil der Wechsel so radikal und unumkehrbar ist, dass es definitiv keine Verbindung mehr gibt und das, was neu ist, rein gar nichts mehr mit dem Vorherigen zu tun hat.

Man kann seine Probleme nicht lösen, indem man versucht eine Seinsebene zu überspringen. Es bringt nichts mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, weil das die eigene menschliche Ebene entwertet. Erleuchtung funktioniert nur, wenn man sein Leben, indem man sich gerade befindet, würdigt.

Ich finde es nicht richtig, das menschliche Leben, so wie es jetzt gerade läuft, als minderwertig anzusehen, und das Leben in Erleuchtung als höherwertig, weil es das nicht ist. Es ist ein anderes Leben.

Zuerst muss ein völliges Einverständnis mit der jetzigen Existenzebene entwickelt werden. Egal wie sie aussieht und was gerade geschieht. Das ist Gleichmut der aus Bewertungslosigkeit erwächst. Hört auf mit dem Bewerten! Solange im eigenen Inneren eine Unterscheidung in Gut und Böse, in Richtig und Falsch stattfindet, fehlt das Einverständnis mit dem eigenen Leben.
Jede Ablehnung, jeder OK-Entzug im eigenen Inneren verlangsamt und stoppt im schlimmsten Fall die spirituelle Entwicklung und verhindert den Wechsel auf die nächste Ebene. Das bezieht sich nicht nur auf mentale Überzeugungen, sondern ganz besonders auf die kleinen und großen Gefühle. Aufwachen, Erleuchtung geschieht in dem Moment, wo völlige Hingabe an das Sosein des Hier und Jetzt gelebt wird.

Das ist die Aufgabe, die bewältigt werden muss. Da kommt niemand drumherum.

Aus der Sicht der Erleuchtung existiert das nicht mehr in dieser Form. Es ist integriert, überschritten, transzendiert, nicht mehr zurückholbar.

Ist es das, was man will, wenn man Erleuchtung will? Aus dem Leben flüchten, weil man unglücklich ist?

Das schafft kein Mensch!

Das Leben erhebt sich selbst in eine nächste Ebene, wenn es reif dafür ist. Und Unglück ist ganz sicher kein Fahrstuhl zur Erleuchtung.

Erleuchtung ist so unaussprechlich anders als das normale Leben, dass man auf der Basis von Unglück und Schwäche, Hass und Lieblosigkeit, Wut und Zorn ganz sicher keinen Einlass gewährt bekommt. Wie sollte einem die Gnade gewährt werden, wenn man selbst festhält an all dem Alten und nicht wirklich bereit ist alles loszulassen? Loslassen gelingt nur, wenn man im Reinen ist mit sich und der Welt, wenn man sich so angenommen fühlt, wie man ist. Dann ist man bereit für den nächsten Schritt.

Das ist meine Erfahrung und so ist es mir geschehen.

Der Paternoster der Erleuchtung

*Kann man reines Sein merken?
#Ja, aber man muss ES erst sein, damit man ES merken kann. Dann gibt es keinen Zweifel mehr.

*Woher weiß ich ES dann?
#Indem ich ES bin und merke. Wenn man ES ist, merkt man es auch, dann ist auch das Wissen da.

*Ist ES nicht immer da?
#Ja, ES ist immer da.

*Wie kann es sein, dass ich ES nicht immer merke, wenn ES doch immer da ist?
#Das ist aus der Sicht des Seins tatsächlich nicht möglich. Das ist wie eine paradoxe Erfahrung. ES ist und ES ist nicht. Fehlidentifikation wird oft gesagt. Irrtum des Intellekts. Mangelndes Bewusstsein des Selbst.

ES ist wie ein neuer Seinszustand. Wie Wasser verschiedene Aggregatzustände annehmen kann und doch immer Wasser, H2O bleibt.

<i>Aus meiner Perspektive hängen wir Menschen in verknoteten, verdrängten Gefühlen fest, oder besser, wir sind mit der Abwehr derselben so beschäftigt, dass wir nicht merken, dass wir einen anderen Seinszustand leben bzw. sein können. Wir haben uns ganze Weltbilder, Ideologien, Glaubensgrundsätze darauf gestrickt um unsere Abwehr zu verteidigen. Wir sind uns sehr sicher, dass wir unsere verdrängten schlechten Gefühle nicht klären wollen, nicht können, obwohl diese Heilung dringend notwendig wäre. Wir leben ganz gut damit…

Aber Erleuchtung ist ohne diese Heilung nicht möglich!

Immer wieder wird man zurückgeholt, um diese Heilung zu Ende zu bringen. Erst wenn sie sehr weit fortgeschritten ist, findet dieser Wechsel des Seinszustandes dauerhaft statt. Erleuchtung.

Es gibt so viele Möglichkeiten und Wege, Techniken und Übungen um diese alten Muster und Knoten zu erkennen und aufzulösen. Und so wenige von uns gehen diesen Weg zu Ende. Es ist nicht verwurzelt in unserer Kultur, es ist kein hohes Kulturgut für uns, die wir in einem Zustand des Habenwollens leben. Wir sind fixiert auf die Vermehrung von Reichtum, Macht und Ruhm. Wir sind so voll mit anderen Werten, die bewusst oder unbewusst an erster Stelle stehen. Da ist kein Platz für einen neuen Seinszustand, der Erleuchtung heißt, Ganzheit, Heilsein, Integriert sein.

Es geht nicht darum, wie weit du „entwickelt“ bist, sondern wie weit du „heil“ bist, wieder *ganz* bist.

Es ist wie der Gang durch das Nadelöhr, wie ein Sprung in den Abgrund. Wie die Gewissheit des Todes. Irgendetwas in uns weigert sich beharrlich diesen Weg zu gehen. Als wenn der Schritt in die Freiheit den Tod bedeuten würde. Ich sehe Todesängste, Überlebensknoten, scheinbar unüberwindbare Ängste aus vergangen Zeiten, die im Hier und Jetzt Gestalt annehmen und das Leben, das Wünschen und Wollen bestimmen.

Es ist nicht der Tod des Körper, ganz im Gegenteil, der lebt dann viel besser. Es fühlt sich aber an, wie ein Sterben. Und das wollen wir nicht, um keinen Preis. Lieber sterben wir tatsächlich…

Wie das Wasser, dass seinen Flüssigkeitszustand verliert, einen kleinen Tod stirbt, wenn es zu Gas oder Eis wird und doch immer Wasser bleibt. Es ist ganz natürlich.

Es fühlt sich an, als wenn das Ich zwar den Willen und die Einsicht, aber nicht die Fähigkeit, die Bereitschaft und die Kraft hätte, diesen Schritt zu tun.
Es denkt: Ich will das, aber ich kann es nicht, und ich weiß nicht, wie ich es tun soll.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach zu verstehen:
Es müssen nur die richtigen Umgebungsvariablen hergestellt werden, wie beim Einschlafen. Ich kann nicht sagen: Jetzt will ich einschlafen, sondern ich muss mich hinlegen in einem ruhigen Raum, halbwegs bequem und dunkel, usw. und dann kommt das Einschlafen von ganz allein. Dieser Wechseln in einen anderen Bewusstseinszustand. Schlaf. Dieser andere Seinszustand. Das ist das, was wir wirklich tun können um die Evolution zu beschleunigen.

Genau so wechselt ES sich in den Erleuchtungszustand, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Innere Heilung muss aktiv erarbeitet und erreicht werden, dann geschieht der Wechsel von allein. Es ist wie eine Gnade, wenn ES einem passiert.

Aus der Perspektive des Seins gibt es da nichts zu tun, weil alles schon (getan) ist. Aber ich erinnere mich daran, wie viel ich gearbeitet haben, um wieder heil und ganz zu werden, um diese Gnade erleben zu können. Ja, es ist viel Arbeit für mich gewesen, diese Rahmenbedingungen herzustellen.

Wenn der Wechsel nur für eine begrenzte Zeit stattfindet, fällt man zurück in den alten Bewusstseinszustand, weil da noch was geheilt werden muss, mitgenommen werden will. Man kann da nichts zurücklassen von sich selbst. Alles will mitgenommen werden. Abgespaltene Selbstanteile wollen mitgenommen werden. Das ist wie ein Paternoster, der immer wieder zurückfährt, bis alle mitgenommen sind.

Ich kann mich selbst nicht aufgespalten in der Einheit aufhalten. Das geht nicht.

Die Einheit ist die Ganzheit, das Alles im Nichts. Das große Selbst. Das, was immer war, ist und sein wird. Ich kann nicht als halber Mensch dauerhaft in diesem Seinszustand verweilen.

Ich kann meine Sehnsucht nach diesem Zustand befeuern, wenn ich da eintauche für eine kurze Zeit und dann zurückkehre um meinen Rest abzuholen. Das ist die Erfahrung in der Meditation. Immer und immer wieder. Sie führt nicht allein zur Erleuchtung. Sie weist nur den Weg, sie motiviert uns weiterzumachen mit unserer Praxis auf diesem Weg. Sie gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was eines Tages kommen wird.

So habe ich das erlebt und erfahren, bis der Weg geschafft war. Wenn du es auch geschafft hast – Gratulation und Willkommen im Club 😉
Melde dich bei mir, dann können wir uns mal austauschen darüber, wie es weitergeht.
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Eltern und Kinder

Ich habe gerade gemerkt, dass mein Sohn ein altes Thema von mir im Alter von drei oder vier Jahrn von mir übernommen hatte und bis heute festgehalten hat. Er hat es heute geklärt und losgelassen.
Ich hatte in der Vergangenheit das Thema für mich zwar klären können, hate aber immer das Gefühl, dass da noch etwas fehlt. Jetzt, nachdem mein Sohn das Thema loslassen konnte, merke ich, wie ich eine Veränderung erfahre. Jetzt erst wird das Ganze rund und schlüssig.
Ich kann deshalb nur allen Eltern empfehlen, ihren Kindern so früh wie möglich bei der Aufarbeitung ihrer inneren Themen zu helfen. Das beschleunigt und ermöglicht teilweise erst die eigene Entwicklung.

Der Guru kann helfen

Eine große Schwierigkeit auf dem Erleuchtungsweg kann das fehlende Wissen über den eigenen Innenraum sein. Dabei kann jemand helfen, der in der Inneren Praxis weiter fortgeschritten ist.
Gerade wenn es um die vielen inneren Ängste und andere große Gefühle geht, ist es äußerst hilfreich, wenn man dauernd gesagt bekommt, dass das alles völlig natürlich und normal ist. Denn manchmal zweifelt man genau daran – was dann zu einem großen Hindernis werden kann.

Spaß auf dem Weg zur Erleuchtung?

Wer hat eigentlich die Idee in die Welt gesetzt, dass die Praxis auf dem Weg zur Erleuchtung Spaß machen und man sich dabei wohl fühlen muss?

Ich glaube nämlich, dass das Eine mit dem Anderen nichts zu tun hat.

Ich habe jedenfalls noch niemals einen ernsthaft Suchenden getroffen, der „Spaß“ dabei hatte auf diesem Weg.Movie Rings (2017)Roblox Hack No Survey No Download

Sicherlich gibt es ein paar geistige, emotionale und körperliche Übungen, bei denen man sich wohl fühlt, und dieses Wohlbefinden auch eine Zeitlang anhält, aber das hat nicht viel mit der Arbeit zu tun, die nötig ist um wirklich voranzukommen.

Wenn es an die eigentlichen inneren Themen geht, hört der Spaß auf jeden Fall auf! Dann wird sehr hart und ernsthaft gearbeitet und oft auch um jeden Millimeter Bewusstheit gekämpft.

Die inneren Widerstände, die es zu überwinden gilt, sind in der Regel so stark, dass man das Gefühl hat wie der Ochs vorm Berg zu stehen. Es scheint keinen Weg an dem Berg vorbeizuführen, kein Durchkommen, kein Drüberwegsteigen. Und je mehr man sich dem Berg nähert, um so größer wird er.

Jeder, der sich ernsthaft mit seinen eigenen inneren Themen auseinandersetzt, weiß wovon ich spreche.

Angesichts solcher Aussichten nicht aufzugeben, besonders, wenn erst einmal ein Zustand relativen Wohlbefindens erreicht ist, ist sehr schwer.

Man muss sich an dem Punkt schon selbst den Spaß verderben, wenn man weiterkommen will. Denn mit Erleuchtung hat das noch nichts zu tun. Eher mit geistiger, emotionaler und körperlicher Gesundheit – was ja in der heutigen Zeit schon etwas ist.

Erleuchtung tritt erst dann ein und verschwindet nicht mehr, wenn auch das transzendiert ist. Und wer will das schon in der heutigen Welt?

Wohl nur Wenige…

Ist Erleuchtung ein Ziel?

Viele Menschen, zu viele Menschen geben zu früh auf, auf ihrem Weg zur Erleuchtung!

Aus meiner jahrzehntelangen Praxis war mir klar geworden, dass innere Schattenelemente/Knoten mich immer wieder aus dem Zustand der Erleuchtung herausgezogen hatten.

Ich hatte kein Problem gehabt durch meine Meditation in die große innere Stille einzutauchen und auch hinterher eine Zeit lang da drinnen zu bleiben. Aber immer wieder verlor ich diesen erleuchteten Zustand und spürte, dass es an etwas sehr Konkretem lag, dass seinen Ursprung in mir selbst hatte.
Ich wollte dem auf die Spur kommen und entschied mich, der Hypothese zu folgen, dass dauerhafte Erleuchtung nicht möglich sei, solange nicht alle Schattenelemente aufgelöst sind. Ich wollte das Unterwusstsein auflösen, so lange bis Erleuchtung nicht mehr von alleine verschwindet in der täglichen Aktivität, sondern einfach erhalten bleibt, egal was ich mache.

Ich fand, dass sei ein gutes Ziel, und so folgte ich ihm fast anderthalb Jahrzehnte, nach dem ich zwei volle Jahrzehnte meines Lebens der intensiven täglichen Meditation gewidmet hatte.

Nachdem die Erleuchtung eines Tages nicht mehr verschwand, fand ich mich in meinen Ideen und Annahmen bezüglich der Funktionsweise des menschlichen Geistes und Bewusstseins bestätigt.
Mit diesem Moment begann eine völlig neue Entwicklung, die durch andere Erfahrungen geprägt war, die nichts mehr zu tun haben mit der Arbeit an den Schattenelementen/Knoten meiner Person.

Was mir immer wieder in dieser ganzen Entwicklungszeit und auch heute noch auffällt ist, dass die meisten Menschen, die auf der Suche nach ihrem innersten Selbst sind, zu früh aufhören mit ihrer Praxis. Sie hören auf, wenn es ihnen nicht mehr gut geht auf ihrem Weg, weil sie in große Prozesse geraten, die sie so nicht wollen, oder spätestens wenn es ihnen gut geht, und sie zumindest ein Teilziel erreicht haben.

Das ist verständlich, denn Wohlbefinden ist erstmal ein großer Erfolg auf dem Weg und sein Erreichen motiviert nicht unbedingt zum Weitermachen. Wenn an diesem Punkt die Praxis beendet wird, kann Erleuchtung sich nicht dauerhaft etablieren.

Will man Wohlbefinden oder Erleuchtung? Diese Frage stellt man sich meistens nicht mehr, wenn man sich erstmal wohl fühlt. Die Praxis wird vernachlässigt und oft einfach beendet.

Das war es dann mit der Erleuchtung…

Die Schöpfung entsteht von Innen nach Außen

Die Suche nach Erleuchtung geht einher mit der Idee eines Existenzbereiches, der außerhalb unseres Egos liegt und unser eigentliches, wahres Selbst ist. Diese Annahme kann große Auswirkungen auf unser Ego haben, weil es seine Alleinherrschaft bedroht. Da wir immer mit dem Ego identifiziert sind und nicht mit dieser anderen Existenzebene, können wir das am Anfang nicht glauben. Die Annahme dieser Idee stellt den Absolutheitsanspruch des Egos in Frage, und das macht uns unsicher. Ich weiß, das ist ein radikaler Gedanke, aber er stimmt und ist sehr nützlich.

Ein Vorteil von Erleuchtung ist, dass man Menschen und Dinge so sieht, wie sie wirklich sind. Solange unser Bewusstsein eingefärbt ist durch die Interpretationen unseres Egos, projizieren wir seine Ideen nach Außen und halten das dann für Realität. Und in gewisser Weise ist sie es dann auch, weil wir keine Möglichkeit haben Wahrnehmungen außerhalb des Egos zu machen.

Erst wenn wir unser wahres SELBST realisiert haben und dessen Ideen nach Außen projizieren, zeigt sich uns die Schöpfung so, wie sie wirklich ist, ohne die Einfärbungen und Interpretationen des Egos.

Die 3 Bahnen der Aufmerksamkeit

Da ich auf meinem Weg sehr viel mit Aufmerksamkeit gearbeitet habe, möchte ich hier das Bild von den 3 Bahnen oder Zügen, die die Aufmerksamkeit in uns nehmen kann, vorstellen. Mental, emotional und körperlich.
Wenn die Aufmerksamkeit bei der Bearbeitung eines Themas auf einer Bahn nicht weiterkommt, wechselt man einfach auf eine der beiden anderen. Das klappt immer, nie hängen alle 3 Züge fest.
Unser System ist so aufgebaut, dass jedes Erlebnis in allen 3 Räumen Spuren hinterlässt. Der Zug der Aufmerksamkeit fährt immer durch alle 3 Räume, und das gleichzeitig. Sie besteht quasi aus 3 Teilen, einem mentalen, einem emotionalen und einem körperlichen Anteil. Mit jedem Teil kann man arbeiten, manchmal auch mit allen 3 gleichzeitig.
Je nachdem wo die Störung auftritt, nimmt man den entsprechenden Aufmerksamkeitszug.
Jeder Gedanke und jedes Bild im mentalen Raum hat eine Entsprechung im Gefühlsraum und im körperlichen Raum und umgekehrt. Bei der Arbeit an (inneren) Problemen kann man mit diesem Wissen immer zum Ursprung des Problems zurückfinden.

Warum das Aufgeben von alten Gewohnheiten so schwer ist.

Wir geben nur die alten Gewohnheiten auf, die nicht von großen Gefühlen beschützt und bedeckt sind. Wenn es an die Veränderung von liebgewonnenen Gefühlsmustern geht, geben wir schnell wieder auf.
Ich habe mir deshalb angewöhnt gleich nach den Gefühlsmustern zu schauen, die hinter einer alten Angewohntheit stecken und mich erstmal um sie zu kümmern. Wenn das erledigt ist, verschwindet die alte Angewohnheit in der Regel sehr schnell von allein.