Überlebensknoten

Ich habe bei meiner inneren Arbeit eine Art von emotionalen Knoten entdeckt, den ich Überlebensknoten genannt habe, weil man plötzlich von dem Gefühl überwältigt wird, dass man jetzt sterben wird, wenn man weitermacht mit der Wahrnehmung im Innenraum.
Reflexartig zieht man seine Aufmerksamkeit aus dem Inneren ab, und versucht durch Ablenkungen im Äußeren „zu sich zu kommen“.
Es hat ein Zeitlang gedauert, bis mir klar wurde, dass ich gar nicht wirklich in Gefahr war, sondern nur ein vergangenes Gefühl hochgekommen war. Ein Gefühl, dass ich tief in mir vergraben hatte, und das ich verdrängt hatte.
Nach dem ich meine Angst und meine Abwehr vor dieser Art emotionaler Attacke abgelegt hatte, schaute ich mir das Ganze in meinem Innenraum noch mal genauer an und merkte dabei, dass die Gefühle eindeutig in Richtung Panik und Todesangst gingen, und das Gefühl der Todesangst so real war, dass ich nicht unterscheiden konnte, ob es echt war oder nicht.
Diese Angst auszuhalten ist sehr schwer, weil der Verstand weiß zwar, dass es keinerlei Bedrohung gibt im Außen, im Inneren aber ein panikvolle Abwehr dieser Angst abläuft.
Wer das schon mal erlebt hat, weiß wovon ich spreche.

Ein Gedanke zu „Überlebensknoten

  1. Ja. kleiner Buddha, das kenne ich auch so. ich habe solche Todesangst gehabt. Nur jetzt ist es schlimmer, jetzt fühle ich mich selbst nicht mehr, ich sehne mich manchmal sogar nach dem Tod, weil ich nicht mehr weiß, was ich hier soll, da ich mich leer fühle. Ich übe Meditation. Doch ich komme nicht in Berührung mit mir selbst. Da ist lediglich eine Erinnerung daran, dass ich mir selbst vor einiger Zeit schon näher gekommen war, dass ich aber durch eine Psychose so eine Art Angst vor Erleuchtung entwickelt habe, was ziemlich abstrus klingt. Es war eher die Angst vor Psychose. Diese Angst empfinde ich jetzt so nicht mehr, da sich mein Geist, meine Gefühle wieder stabilisiert haben. Es ist so schmerzhaft, dass ich eigentlich kognitiv weiß und verstehe, dass es nur mit Selbstannahme geht. Aber diese Selbstablehnung ist wie ein Gewohnheitsmuster, das ich nicht gut losbekomme. Und ja ich habe nicht richtig hingeschaut. Ja, ich habe mich meinen Ängsten nicht gestellt. Ja, ich bin vor meinen Gefühlen davongelaufen. Ich weiß das. Es ist so. Ich leugne es nicht. Und wie wahr, ich ertappe mich auch dabei, wie ich einen einfachen Weg suche, wie ich einen Schalter umlegen möchte und doch weiß, dass es so nicht geht. Ich laufe von Therapie zu Therapie, zu Aufstellung zu Meditation. Sollte ich mich von dem Konzept Erleuchtung lieber lösen? Sollte ich mich von dieser Idee lösen? Ich verstehe, dass es ums Leben geht. Und ich verstehe auch, dass ich mich verstecke. Vor dem PC zu sitzen und sich stundenlang Satsangs anzusehen kann, auch wenn da eine gutgemeinte Intention da ist, auch ziemlich lebensverneinend sein. Mein Verstand ist beschäftigt. Mein Gefühl bleibt verborgen. Mein Körper bewegt sich nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.